Vor einiger Zeit erzählte mir Tobias eine Geschichte über Geldwäsche und dass das eigentlich nur eine Redensart für etwas Verbotenes sei, denn Geld würde man schließlich nicht tatsächlich waschen, es sei ja nicht schmutzig oder würde stinken.
Also dieses doofe Sprichwort kann wirklich nur von Menschen kommen. Natürlich riecht Geld! Ich muss da nur mein empfindliches Näschen mal dranhalten und kann Dir sofort sagen, wo ein Geldschein oder eine Münze schon überall war. Aber glaub mir, so genau möchtest Du das gar nicht immer wissen…
Es ist großer Waschtag!
Na, jedenfalls hatte ich die Sache mit der Geldwäsche schon bald wieder vergessen. Bis… ja, bis zu einem ziemlich denkwürdigen Tag. Es war Waschtag. Jedenfalls für Tobias‘ Anziehsachen, nicht für ihn.
Tobias duscht lieber ausgiebig und shamponiert regelmäßig sein (für einen Menschen beeindruckendes) Kopffell. Vielleicht macht er das alles bloß, weil er für die Waschmaschine zu groß ist? Wie auch immer. Ich bin glücklicherweise selbstreinigend und guck mir die Dusche nur aus sicherer Entfernung an.
Zurück zum eigentlichen Thema. Mein zweibeiniger Freund packte also einen Berg Wäsche – lauter Hosen – und stopfte diesen in die Waschmaschine. Als ich ihn dabei so beobachtete – und ich weiß gar nicht wieso – hatte ich irgendwie ein komisches Kribbeln in der Schwanzspitze. Hätte ich mal bloß auf meine Rute gehört und gleich losgebellt…
Später nämlich, als Tobias seine Hosen aus dem Wäschetrockner holte und im Schlafzimmer auf’s Bett warf, um sie zusammenzulegen, erlebte er eine ziemliche Überraschung. Und ich erst!
In einer Hosentasche steckte nämlich noch etwas drin. Nein, keine Toilettentütchen, Taschentücher oder eine verirrte Münze – es war ein angebrochenes Leckerchen! Stell Dir vor – ein echtes, schmackhaftes Leckerchen!
Armes, armes Leckerchen
Ich konnte mich noch genau an den Tag erinnern, als es das erste Mal geöffnet wurde:
Es war während eines Spaziergangs. Tobias gab mir die erste Hälfte auf dem Hinweg und die zweite Hälfte behielten wir für den Rückweg über. Dann klingelte Tobias‘ Handy und außerdem wollte ich unbedingt auf die Wiese, der Spur eines Rehs folgen. Schon war das Leckerchen vergessen.
Und jetzt hatte er es einfach mit gewaschen! Was für eine Verschwendung! Was für eine unglaubliche Verschwendung! So ein gutes Leckerchen – es war zum Knurren!
Andererseits konnte Tobias ja nicht wirklich was dafür und ich habe schließlich auch nicht mehr an das halb gefutterte Leckerchen gedacht. Okay, Schwamm drüber. Das Teil war eh nicht mehr zu retten, es roch nämlich ganz komisch nach künstlichen Blumen. Wie Tobias‘ Waschmittel.
Tobias riecht animalisch gut!
Doch um ehrlich zu sein, was auch irgendwie gut roch, waren seine Hosen. Ich habe ihm zwar nichts gesagt, weil er sie sonst alle nochmal in die Waschmaschine geworfen hätte – aber in den Hosen steckte neben dem undefinierbaren Blumenduft auch ein leichter Hauch von Leckerchen! Mmmh!
Jetzt verstehe ich auch die beiden jungen Damen, die uns gestern über den Weg liefen und hinter Tobias‘ Rücken leise miteinander tuschelten »er würde zum Anbeißen aussehen«. Da haben wir’s – Leckerchen machen eben den Unterschied!
Merke: Weibchen mögen es, wenn Du nach Leckerchen riechst
Dein Filou!